WLL

Stimmen zum Jugendforum in Bad Sassendorf:

"Ich finde es wichtig, sich politisch zu interessieren und zu engagieren, denn die Politik, die „für uns“ gemacht wird, entspricht nur selten unseren Bedürfnissen. Unter Umständen sind Entscheidungen für uns völlig falsch und wir müssen es am Ende ausbaden. Ich finde auch, dass man nicht meckern sollte, ohne sich einzumischen.“
Isabell-Marie, 19

„Ich bin hier, weil ich daran interessiert bin, dass die Politik ein richtiges Bild von der Jugend bekommt. Nur so können Politiker unsere Bedürfnisse in ihrer Arbeit berücksichtigen. Es ist wichtig, sich als Jugendlicher zu engagieren, weil die Personen, die politische Entscheidungen treffen altersmäßig oft zu weit von der Jugend entfernt sind.“
Andreas, 25

„In vielen politischen Entscheidungen kommt der ländliche Raum einfach zu kurz. Städter können die Probleme, die wir auf dem Land haben, oft nicht nachvollziehen. Nur weil es eine Haltestelle im Ort gibt, heißt es leider nicht, dass man von dort auch überall hinkommen kann.“
Katrin, 18

Jugendforum Bad Sassendorf: Was läuft falsch auf dem Land

Zwischen Käsestulle und Kaffeebechern trifft sich die Westfälisch-Lippische Landjugend (WLL) um zu diskutieren, was falsch läuft auf´m Land. Weniger als die Hälfte der erwarteten Teilnehmerzahl ist gekommen – eine Tatsache, die symptomatisch für die Probleme auf dem Land steht. „Lange Wege, wenig bis gar kein öffentlicher Nahverkehr – hier ist es oft schon schwer von A nach B zu kommen“, erklärt Dennis Welpelo, Bundesjugendreferent bei der WLL.

Besseres Netz = mehr Möglichkeiten

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen sich von der geringen Gruppengröße jedoch nicht irritieren lassen und diskutieren, was das Zeug hält. Eines der größten Probleme im ländlichen Raum ist die Geschwindigkeit des Internets. Das fängt mit dem alltäglichen Kampf beim E-Mails abrufen an, hört da jedoch lange noch nicht auf. Das Internet ist heutzutage so fest in der Gesellschaft verankert, dass eine Verbindung im Schneckentempo zum echten Hindernis wird. „Sich mit Freunden verabreden, Hausaufgaben machen, all das passiert doch heute im Netz und ich sitze dann zuhause vor einem Standbildschirm“, wirft eine Teilnehmerin ein. Auch die Referenten kennen das Problem: „Einmal wollte ich nur mal eben eine Speisekarte als PDF verschicken, der Download hat aber so lange gedauert, dass ich sie lieber am Telefon vorgelesen habe“, erinnert sich Katja Reinl, Geschäftsführerin der WLL. Eine der Hauptforderungen des Jugendforums ist daher der Breitbandausbau im ländlichen Raum.

Mit dem Trecker zur Schule


Ein weiteres Problem sind die langen Wege. Ob zur Schule, zum Einkaufen oder zur Sportstunde. Ständig sind Jugendliche auf das „Taxi Mama“ angewiesen. „Bei uns kommen viele mit dem Traktor zu Schule, das geht einfach schneller als mit dem Bus. Der kurvt ja erst mal durch alle Dörfer“, erzählt Isabell-Marie Cyrener.
Zur Schule gibt es immerhin noch einen Bus, wer aber nach 18 Uhr aus dem Dorf raus oder ins Dorf rein will, muss sich etwas einfallen lassen. „So geht das nicht, wir brauchen mehr öffentliche Verkehrsmittel, oder am besten kostenlose Nachttaxis für Jugendliche!“, meint Andreas Maaß. Ein bisschen Utopie darf bei einem Jugendforum eben auch nicht fehlen.

Bilder:

Aus Bad Sassendorf berichteten:

Judith Merkelt (Fotos und Text) und Vanessa Weber (Interview)

TERMIN JUGENDFORUM

29. Oktober 2013

ORT

Haus Düsse 2

Ostinghausen
59505 Bad Sassendorf

Tel.: 0175-2590806
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Veranstalter

Westfälisch-Lippische Landjugend e.V. (WLL)

Schorlemerstr. 15
48143 Münster
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